Thursday, 28. august 2008
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20:21
Da stehe ich also: in dem Büro vom Monsieur. Ich habe es ja gewusst. Es war
klar, dass dieser Moment kommen würde. Ich hatte mich gut vorbereitet…
Nein, ich hatte mich nicht vorbereitet. Es begann schon morgens: ich hatte keine Ahnung, was ich anziehen sollte und erschien dann in einer eher gewagten Kombi (viel zu knapper Rock) bei der
Arbeit. Zum ersten Mal hatte ich überhaupt nicht darüber nachgedacht, was passieren könnte, was ich sagen sollte und was ich besser nicht laut aussprechen sollte. So stand ich einfach nur da und war alles andere als bereit. Ich war nicht im
Mindesten auf den Monsieur gefasst. SCHEISSE!
Als mir all das klar wurde, brach mir spontan der Schweiß aus. Frau Papp hatte
es die Sprache verschlagen. Und der Monsieur sah gemeinerweise total gut aus. Schon im Flur hab‘ ich sein After Shave gerochen. Und
als ich so vor ihm stand und keinen Ton raus brachte – einfach nur gutaussehen und lächeln – war mir plötzlich sowas von klar:
In diesem Raum gibt es nur einen Idioten und der bin
ICH! Er ist ganz locker und normal. Ich bin diejenige, die total verkrampft ist, schwitzt wie blöd und keinen Piep sagt. Peinlich!
Sag was Frau Papp, sag doch endlich was… der Monsieur führt ja inzwischen schon
Selbstgespräche…
Und dann stand er auf und wollte mich umarmen, und ich wollte ihn auch
umarmen, und dann fiel uns beiden wohl ein, wie furchtbar kompliziert ich sein kann, und dass das mit dem Umarmen vielleicht keine gute Idee wäre, und dann hat er mir die Hand hingestreckt.
Ich könnt kotzen!
Wir haben uns ewig nicht gesehen und nur weil ich einen riesigen Dachschaden habe, können wir uns nicht normal begrüßen.
Wenigstens lief es nach der verklemmten Begrüßung besser. Wir haben ganz normal zusammen gearbeitet. Er hat mir von den zukünftigen Projekten erzählt und dass er grade bei den hohen Tieren gut
im Kurs liegt, weil sie ihn für eine riesige noch geheime Sache haben wollen. Da könnte er sich vielleicht selbstständig machen. In
dem Moment dachte sich Frau Papp folgendes: „Nimm mich mit, bitte, nimm mich mit“ – ich fürchte, ich habe so etwas
ähnliches auch laut geäußert und dafür ein mildes Lächeln geerntet – und gleichzeitig: Bevor ich mit Dir zusammenarbeite, hacke ich mir den Arm ab, das geht niemals gut. Und
ich bin diejenige, die drunter leidet. HEISS, Frau Papp, ganz heiß, da könntest Du Dir die Finger verbrennen, also lass es!
Für unser nächstes Treffen habe ich folgenden Plan:
Ich werde zugeben, dass ich diejenige mit dem Dachschaden bin, mich für meine Idiotie entschuldigen und fragen, ob wir nicht wieder Freunde sein können – so wie
damals, als ich mich noch nicht wie eine Irre aufgeführt habe. Dann frage ich ihn, so als Freundschaftsangebot, ob er mit mir auf das Kooks-Konzert geht.
(... und dort werden wir uns küssen und danach glücklich bis in alle Ewigkeit… NEIN! Frau Papp, reiß Dich zusammen!)
Ist Frau Papp endlich zur Vernunft gekommen oder ist sie vielmehr komplett übergeschnappt? Was denkt Ihr? Was soll sie tun?