Monday, 30. june 2008 1 30 /06 /Juni /2008 19:57

Am Sonntag war Finale. Nicht nur das der Nationalelf, sondern auch mein persönliches.
Wir haben beide verloren! Seit heute ist nämlich die schöne Fußballzeit vorbei. Die Zeit, in der sich Prachtexemplare von Testosteron-überschäumenden Single-Männern völlig ungehemmt in der Öffentlichkeit präsentieren. Damit ist auch Schluss mit den guten Hoffnungen: Ich bin nämlich fast prädestiniert als EM-Freundin: Zeitweilig Hausmütterchen (Schnittchen? Gerne!) und spontane Göttin im Bett (Halbzeit…)! Wäre doch gelacht, wenn da nicht ein Zeitvertreib von der Zeitverschwendung zu finden wäre, dachte ich mir. Vielleicht bildet sich ja zufällig aus Mr. Zeitvertreib ein Mr. Bleib-Doch-Noch? Wie sagt die Beste Freundin: Die Hoffnung nie aufgeben!


Also… aus meiner Sicht war die EM eindeutig zu kurz.

Dafür hatte der Monsieur heute einen hübschen Versprecher. Er hing gerade am Telefon als ich sein Büro betrat - mal wieder, denn er ist ja wichtig, wichtig, wichtig. Für seine Liebste (ich meine mich, damit es hier zu keinen Mißverständnissen kommt) wollte er natürlich eine kurze Pause einlegen und sagte zu seinem Gesprächspartner folgendes: "Einen Moment kurz, es kommt grade meine Frau Papp ... äh... Moment!" Eigentlich wollte er wohl sagen: meine Kollegin Frau Papp. Das hat er dann in der Eile etwas abgekürzt. Hach... jetzt nur nicht rückfällig werden! Ich hab mich schwer zusammen gerissen, um nicht zu schmunzeln und vor allem um nicht zu sticheln. "Soweit ist es aber noch nicht, Monsieur! Da sind wir sozusagen Lichtjahre von entfernt..." wollte ich gern sagen. Hab ich aber nicht. Ach ja...

 


von Frau Papp - veröffentlicht in: Juni 2008
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Saturday, 28. june 2008 6 28 /06 /Juni /2008 14:59

Natürlich hat mir das Ganze keine Ruhe gelassen. Ich hab mich tierisch geärgert, über den Arschklaps. Der gehört zur Rede gestellt (der Monsieur und der Arschklaps), dachte ich mir. Und in meinem Hinterkopf spukte

ein romantisches Finale mit dem Geständnis seiner unterdrückten Liebe zu mir. Großaufnahme: Filmkuss. Klappe zu. Ach ja…

In der Realität sah das leider dann ganz anders aus. Tausend Variationen hatte ich im Kopf, wie unser Gespräch verlaufen könnte. Eingetroffen ist davon keine. Vielmehr geschah folgendes:


Frau Papp betritt das Büro von Monsieur.

Monsieur: Was ist denn mir Dir los?

Frau Papp: Nichts.

Monsieur: Jetzt sag’ halt.

Frau Papp: Ich hab mich geärgert. Über dich. Sehr.

Monsieur: Wieso? Weil ich nicht zur Performance komme?

Frau Papp: NEIIN! Wegen deiner kleinen Ansprache letztens. Ich frage dich, ob du mit zum Grillen kommst und du kommst mir mit ungeklärten Schwangerschaften und dem Chef.

Monsieur: Das hast du doch nicht etwa ernst genommen?

Frau Papp: schaut nur sprachlos und muss sich erstmal setzen

Monsieur: Ich dachte, du kennst mich besser! (Bemerken Sie auch, wie er ganz unauffällig mir den schwarzen Peter zuschiebt?)

Frau Papp: ziemlich reserviert Natürlich, alles nur ein Witz…

Monsieur: Aber ich finde es gut, dass du das ansprichst. Warum hast du das damals denn nicht gleich gesagt? (Wann denn, zwischen meiner Gesichtsentgleisung und den ungeklärten Schwangerschaften vielleicht?) Wenn du dir da die letzten vier Tage (Immerhin weiß er, wie lange es her ist!) Gedanken drüber gemacht hast, war das Zeitverschwendung! (Danke, dass du mir das sagst. Vielleicht musste ich es einfach nur mal aus deinem Mund hören, damit mir das klar wird: du bist Zeitverschwendung!) Frauen, ihr seid immer so kompliziert! Ich bin eben manchmal einfach ein Arsch (das meint er scherzhaft)!

Frau Papp: Ja, das bist du (das meine ich überhaupt nicht scherzhaft)!


Danke für das Gespräch, denke ich mir und verlasse umgehend das Büro. Schon wieder fühle ich mich, wie ein geprügelter Hund. Eigentlich sollte das doch andersrum laufen: Er sollte sich schlecht fühlen! Ich weiß, ich hätte ihn noch direkter zur Rede stellen sollen, zumindest den Arschklaps ansprechen. Aber dazu war ich einfach nicht mehr in der Lage, nachdem er mir mit seinem „das war ja alles nur ein Witz“ komplett die Gesprächgrundlage entzogen hat.

Und seien wir mal ehrlich: Wer macht denn so was? Würden Sie, wenn ein Freund zu Ihnen kommt um sich ernsthaft zu unterhalten, einfach sagen: Uups, alles nur ein Witz! Nein, das würden Sie nicht. Und zwar, weil jeder vernünftige Mensch, im Gegensatz zu Monsieur, genug Anstand, Menschenkenntnis und Empathie besitzt um sich einer solchen Situation zu stellen. Egal wie unangenehm. Und um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Das macht man nämlich so, weil sich das so gehört. Vor allem, wenn man noch normal zusammen arbeiten will. Tja, zu dieser elementaren Grundeinsicht reicht es bei Monsieur leider nicht. So! Und jetzt wissen Sie auch, weshalb er es verdient, öffentlich vergessen zu werden.

von Frau Papp - veröffentlicht in: Juni 2008
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Saturday, 28. june 2008 6 28 /06 /Juni /2008 14:55

Sie fragen sich inzwischen vielleicht: Was ist da nur passiert zwischen Frau Papp und dem Monsieur? So was Schlimmes kann der arme Kerl doch gar nicht getan haben… oder doch? Vielleicht sagen Sie sich auch: Die Alte spinnt doch! Wenn ich genauer drüber nachdenke, da könnten Sie nicht ganz Unrecht haben.

Um das gesamte Ausmaß meiner Beziehung zu Monsieur verstehen zu können, sollten Sie wissen, dass ich dazu neige mich in Männer zu verlieben, die sich prinzipiell nicht in mich verlieben. Da war zum Beispiel diese kurze Liaison mit Mr. Reeves. Keanu Reeves. Was soll ich sagen… eine ausgesprochen nette Bettphantasie.

Zurück zu Monsieur und mir: Es war alles gerade so nett geworden. Nach ewigem unverbindlichen Geflirte, welches stets auf der humorigen Ebene blieb – man will sich ja keine Blöße geben und am Arbeitsplatz offen baggern – hatten wir es endlich geschafft konkret zu werden. Wochenlang hatte ich vorher über einzelne Aussagen und unspezifisches Tätscheln von Monsieur gebrütet und nun hatte ich ihn endlich so weit: eine echte Verabredung. Ich konnte es selbst kaum glauben und getraut hab ich dem Ganzen schon gar nicht. Zu oft hatte Monsieur kurz vor Ernst den Schwanz eingezogen. Aber die Hoffnung stirbt, wie man ja so schön sagt, zuletzt.
Es begann mit einem mal wieder unverbindlichen SMS-Geplänkel.
Ich schickte Grüße aus meinem Kurzurlaub in Berlin. Für die Fahrt hatte er mir die Kooks als Begleitung empfohlen. Ich mochte die neue CD und teilte ihm das, dank moderner Technik, spontan und unkompliziert mit. Als er mir daraufhin von der Konzertübertragung im Netz berichtete, tütete ich die Sache relativ zügig ein. Sie müssen wissen: Ich habe zuhause keinen Internetanschluss. Und so lud ich mich spontan bei Monsieur ein. Großzügig wie ich bin, wollte ich auch den Wein mitbringen. Und Monsieur ist zu meiner großen Verblüffung ebenso spontan darauf eingegangen. Nun ja, daraus wurde ja bekanntlich nichts. Monsieur hat sich nämlich als Vollarsch und Sozialkrüppel entpuppt. Dabei war er in meinen Projektionen doch so perfekt (…wer hätte das gedacht?). Fakt ist, dass ich endlich eingesehen habe, dass die Bemühungen wohl eher einseitig waren (siehe Mr. Reeves). Der Monsieur hat mir das allerdings etwas deutlicher als Mr. Reeves zu verstehen gegeben. Vor versammelter Kollegenschaft nämlich. Schön war’s. Ich frage mich, wie schlimm meine Gesichtsentgleisung wohl war. Nachdem er meine unverbindlichen Aufforderungen zu Konzerten, Theaterbesuchen und Grillabenden doch mal mitzukommen, neuerdings immer mit den Worten: „Das ist nicht so mein Ding!“ ausschlug, provozierte ich mit meiner etwas haltlosen Bemerkung, dass wohl alles, was ich vorschlage, nicht so sein Ding sei, einen Vulkanausbruch mittlerer Stärke. Und verbrannte mich gehörig. Aber ich denke, es war einfach auch an der Zeit mal deutlich eins in die Fresse zu kriegen. Sonst hätte ich vermutlich nie aufgehört mit den Projektionen und  nie angefangen die Verliebtheit zu bekämpfen.

Sie interessieren sich vielleicht für den Vulkanausbruch? Die Lava ergoss sich in Form einer glühenden Rede über mich. Sie beinhaltete die Worte: privat und geschäftlich gehören getrennt, Anordnung vom Chef, ungeklärte Schwangerschaften bei Kolleginnen in der Firma (WAAAS?), privat mag ich dich vielleicht gern, aber es gilt schlimme Gerüchte zu vermeiden, die Arbeitsplätze kosten können… und endete in einem versöhnlichen – Achtung, Trommelwirbel – Klaps auf den Arsch. Meinen Arsch! Trotz eines überraschenden geistigen Totalausfalls schaffte ich es daraufhin noch die Worte „sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ hervorzuwürgen, welche übrigens auf großes Hallo und Beifall bei den Kollegen stießen, und schlich mich daraufhin umgehend von dannen. Noch Tage später überlegte ich, was da eigentlich vorgefallen war und was wohl Auslöser und Inhalt der kleinen Ansprache des Monsieurs waren.
Die Beste Freundin dechiffrierte seine Worte schnell als Liebeserklärung und liest zwischen den Zeilen ein: „Ich finde Dich toll…“ Letztendlich kommt aber auch sie zu dem Fazit, dass ich mir davon jetzt leider auch nichts kaufen könne, denn gleichzeitig beinhaltete die so genannte Liebeserklärung schließlich auch ein Schluss machen: „…aber ich kann nicht!“ Na danke
.

von Frau Papp - veröffentlicht in: Juni 2008
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Friday, 27. june 2008 5 27 /06 /Juni /2008 14:53

Ich hab gelogen. Es ist eben doch nicht alles in Ordnung. Zwei Körbe so kurz hintereinander haben einen ziemlichen Knick in meinem Selbstwert hinterlassen. Ich bin so wütend auf mich, dass ich heute im Auto laut geschrieen hab. Kann man ja sonst nirgends mehr: In der Wohnung ist es zu laut für die Nachbarn, am See geht das nur im Winter, wenn nix los ist und im Büro ist auch keine gute Idee. Die Kollegen halten mich eh schon für seltsam bis verrückt. Ich mag mich inzwischen ja selbst auch nicht mehr.

Jaaa, ich weiß: es ist idiotisch sich von Männern so runter ziehen zu lassen, die sind das alle nicht wert, vor allem der Monsieur nicht. Irgendwann kommt schon der Richtige.

Aber Frau Papp sitzt zuhause und weint leise in sich hinein: Niemand liebt mich. Irgendetwas ist ganz falsch an mir. Wahrscheinlich bin ich zu fett. Oder aus irgendwelchen psychischen Defiziten nicht liebenswert. Wie sonst soll ich mir erklären, dass nicht mal Karl, der so verliebt erschien, sich nun plötzlich nicht mehr meldet? Und mit dem Monsieur ist es auch vorbei. Da ist nichts mehr zu machen. Eigentlich sollte ich froh sein. Aber es tut so scheiß-weh, so sehr, als würde jemand mit einem spitzen Messer immer wieder unter meine Haut schneiden. Ich schaffe es einfach nicht meine Wut aufrecht zu erhalten. Stattdessen macht sich eine große Depression in mir breit und zwingt mich in die Horizontale unter meine Bettdecke. Hallo Tortellini!

Irgendwie war vor dem Kuss alles besser. Da war mir nicht so dramatisch bewusst, was ich alles verpasse. Ich hatte mich in meinem Alleinsein schon ganz gut eingerichtet. Aber jetzt ist mir umso mehr klar, was Sie vermutlich lange schon wissen: Kein Sex ist auch keine Lösung!

 

von Frau Papp - veröffentlicht in: Juni 2008
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Saturday, 21. june 2008 6 21 /06 /Juni /2008 13:09

Ich war am Samstag aus. Frau Papp wollte den Worten auch Taten folgen lassen und so nahm sie überraschend spontan die Einladung der Besten Freundin an und ist auf diese Party gegangen. Was soll ich dazu sagen:

es war laut, lustig und ich war ziemlich betrunken. Da fällt es mir leicht fremde Leute – ich konkretisiere: Männer – anzuquatschen. Und so fand ich mich nach einiger Zeit fröhlich schwatzend mit einem Kerl im Gespräch. Um ehrlich zu sein: er erschien mir reichlich ungefährlich und interessierte mich nicht wirklich. Wir kamen ins Plaudern, weil die Beste Freundin seinen Freund kannte und man so nebeneinander rum stand.
Es stellte sich heraus, dass der Kerl, mit dem klangvollen Namen Karl, ein Hobby hat: Fotographie. Und so ergab es sich, dass die beschwingte Frau Papp den Kerl namens Karl zu Ihrer Performance (ja, ich mach ein wenig Kunst, nur dass Sie’s wissen) einlud mit den Worten er könne da ja ein paar Bilder schießen. Ich hatte nicht wirklich damit gerechnet, dass er kommt… Und Mittwochabend steht er dann vor mir. Gentleman-like hatte er sich vorher mit einer kurzen SMS angekündigt, um mögliche unangenehme Situationen zu vermeiden:

„Karl, wer?“

„Na, von der Party, Du erinnerst Dich?“

„Welche Party?“

„Na letzten Samstag…“

„Oh Gott – ähh, ja… ja, klar erinnere ich mich…“

Erstaunlicherweise erinnerte ich mich sehr gut, sofort als die SMS eintraf. Ich gebe zu: ich war überrascht nochmals von Karl zu hören. Meiner Erinnerung nach war ich nicht sonderlich freundlich mit ihm umgegangen. Dann aber dachte ich mir: „Was soll’s, du kannst ihn dir ja mal bei Tageslicht anschauen.“ Und so standen wir eine halbe Stunde später voreinander und grinsten uns doof an.

Es war die letzte Vorstellung und so war nach dem Dernièren-Sekt noch Abbau angesagt. Und zu meiner Verblüffung: Karl half. Langsam begann ich mich zu fragen, ob er vielleicht einer von den Guten sein könnte und blind wie ich nun mal bin, hab ich das zuerst nur nicht gesehen. Karl blieb bis zum bitteren Ende, dann begleitete er mich ein Stück meines Heimwegs. Als sich unsere Wege trennten, frage er, ob wir nicht noch ein bisschen auf eine Bank im Park sitzen wollen. Ja, wir wollen: warum auch nicht?
„Frau Papp, “ sage ich mir. „Du wolltest doch einen realen Mann. Da wär einer. Ergreife die Chance!“ Und so kommt es, dass Frau Papp in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag geküsst wurde. Mit Ankündigung. Das ist mir noch nie passiert!
Er sagte tatsächlich:
„Ich hätte Lust Dich jetzt zu küssen.“ Und dann tat er es. Mmmhh. Besser als Lebertran...

Was klar zu stellen ist: ich sehe weder rosarot, noch spüre ich beim Laufen Wolken unter meine Füßen. Es stellte sich heraus, dass Karl älter aussieht, als er ist und wir vum Humor her nicht ganz auf einer Wellenlänge liegen. Und so war Mittwochnacht eine … eben eine Nacht. Eine einmalige. In der Frau Papp geküsst wurde. Er wollte anrufen, was er nicht tut. Bis jetzt! Was völlig in Ordnung ist...

Für den Anfang finde ich: Frau Papp war schon ganz schön wagemutig und ist auf dem richtigen Weg in eine aussichtsreiche Zukunft. Der 4-Stufen-Plan scheint plötzlich umsetzbar geworden zu sein. Zumindest die Sache mit den 5kg weniger: Küsse füllen Löcher in Bäuchen. Nächtliche Tortellini werden überflüssig. So – und jetzt mach ich mir Spaghetti.

von Frau Papp - veröffentlicht in: Juni 2008
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Friday, 20. june 2008 5 20 /06 /Juni /2008 13:01

Wir haben uns über die Arbeit kennen gelernt, Monsieur und ich. Ich machte damals ein Praktikum und half in diesem Rahmen ein Großevent auszurichten. Ich war bei der Firma des Dienstleisters, er bei der des Auftraggebers. Und gleich als ich ihn zum ersten Mal sah, dachte ich mir:

Das ist er also, der legendäre Monsieur! Was für ein Riesenarschloch.“

Das waren noch Zeiten... Wäre es doch dabei geblieben.

Nach dem Praktikum übernahm mich die Auftraggeberfirma und so arbeiteten wir ab nun zusammen. Und mit der Zeit stellte ich fest, dass das Riesenarschloch auch nett sein konnte. Sehr nett sogar. Es machte mir zum Beispiel regelmäßig Komplimente. Und das in einer Zeit, in der ich mich selbst nicht besonders gern mochte. Ich war in einem sehr großen depressiven Loch und positives Feedback bekam ich zu dieser Zeit eigentlich nicht. Zumal ich gerade mein neues Höchstgewicht erreicht hatte. Heute weiß ich: Show!
Er tat das, damit ich ihn mochte, der Mistkerl. So, wie er kleinen Mädchen mit Namen Mirabella, Maike und Sina erklärte, dass dies ja schon immer seine Lieblingsnamen waren, um sie direkt im Anschluss mit unserem Promotionkram zu behängen, wie kleine Weihnachtsbäume. „Wieder drei Kinder gebranded“, erklärte er danach triumphierend. Und ich Idiotin fand das niedlich.

Ich bin voll reingefallen auf seine Masche. Inzwischen weiß ich, er zieht das mit jeder durch. Monsieur hat nämlich– so meine Theorie – ein riesiges Egoproblem und muss sich somit immer wieder selbst bestätigen. Das klappt am besten, indem er mit möglichst vielen Frauen flirtet. Egal welchen Alters. Egal ob verheiratet oder Single. Der Haken an der Sache: bei uns in der Firma sind alle Frauen entweder verheiratet oder in festen Händen. Die fassen das als kleine Spielerei auf. Ich nicht. Ich bin solo. Ich nehme so was ernst. Spielen konnte ich noch nie. Wenn mir jemand sagt: „Ich finde Dich gut!“ Dann nehme ich das für gewöhnlich nicht als Witz auf. Bei Monsieur sollte ich lernen, wie gut ich doch spielen kann und wie lange das funktioniert sich auf humorvolle Art gegenseitig zu bestätigen.

von Frau Papp - veröffentlicht in: Juni 2008
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Wednesday, 18. june 2008 3 18 /06 /Juni /2008 18:00

OKAY, ich hätte die Foto-CDs der letzten Veranstaltung nicht gerade gestern mitnehmen müssen. Aber es hat sich eben so ergeben. OKAY – ich hätte sie nicht mehr gestern abend anschauen müssen. Aber es hat sich eben so ergeben.

Dass mein PC drei Fehlstarts hatte bis ich die CDs einlegen konnte, hätte ich vielleicht als Zeichen sehen sollen. Aber Frau Papp quält sich nun mal gern. Auf Anhieb hatte ich den Ordner mit den Mitarbeiter-Fotos gefunden. Und dann fluteten etwa 20 Bilder über mich. Von uns. Lachend. Und mit diesen Blicken. ARGGH.

Ich hätte mir genauso gut mit einem Baseball-Schläger auf den Kopf schlagen können. Super Idee! Frau Papp schluckt den Schmerz wie bittere Medizin. Monsieur ist mit nicht minderem gleichzusetzen als süffigem Lebertran. Mmmh, Lebertran…

Aggressiv war er gestern, der Monsieur. Unausgeglichen. Aufbrausend. Ungeduldig. Vor allem mit mir. Mich anzuschauen vermeidet er noch immer so gut er kann. Das alles: Projektionen. Meinerseits. Von denen es sich zu trennen gilt!

Zudem sollte ich abnehmen. Dringend, wie eine genaue Bildanalyse ergeben hat. Was zum Teufel quillt denn da über den Hosenbund? Fünf Kilo müssen weg. Mindestens. So würde ich mich auch nicht in mich verlieben. Also können wir der Liste getrost einen weiteren Punkt hinzufügen:

4. Mindestens 5kg abnehmen!

Mmphf – Tschüss Schokolade. Ich werde Dich vermissen. Vermutlich wird der Trennungsschmerz etwas größer als bei Monsieur, denn der steigt ja bekanntlich linear zur Abhängigkeit…

von Frau Papp - veröffentlicht in: Juni 2008
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Monday, 16. june 2008 1 16 /06 /Juni /2008 17:43

Ich habe aufgegeben: ich war frustriert, dann deprimiert und letztendlich habe ich resigniert.

Ich habe es satt. So satt, dass ich nicht mal mehr papp sagen kann: Papp-Satt, sozusagen.

Ich habe es satt, mich selbst zu bemitleiden, weil da sonst keiner ist, der es tut. Ich habe es satt, darauf zu warten, dass endlich mal was passiert und dann wieder nur mit einem Speichelfleck neben mir aus dem Nickerchen hochzuschrecken. Ich habe es satt, mir einzureden, schön und offen und liebenswert zu sein und dass das außer mir nur niemand sieht. Ich habe es satt, das Loch in meinem Bauch mit Tortellini zu füllen und mit dem anschließenden schlechten Gewissen zu kämpfen. Und ich habe es satt, nur in meiner Phantasie zu lieben. Es muss sich in der Realität jetzt mal was ändern. Es kann doch nicht sein, dass ich seit nun über zwei Jahren Gefühle nur in Männer hineinprojiziere. Es muss jetzt mal einer kommen, der mich wirklich liebt. Dem nicht ich, sondern vielmehr der Mal mir hinterher rennt.
Kurz: Einer der will. Und zwar mich! Es ist jetzt Schluss mit: die Frau Papp reißt sich den Arsch auf, um mal ein wenig Zuneigung zu bekommen. Nein, die Herren, damit ist jetzt Schluss. Ich will jetzt mal einfach so beachtet werden, wegen mir selbst. Ich habe eine Menge zu geben. Aber zu verschenken, zu verschenken, hab ich nix.

Ich bemühe mich also alles zu vergessen und meine Projektionslieben jetzt hinter mir zu lassen:
Tschüss, Monsieur. Du warst Zeitverschwendung. Das hast Du mir selbst gesagt. Deshalb werde ich mich nun an Deine Worte halten, und Dich streichen. Aus meinem Kopf. Aus meinem Leben nur zur Hälfte. Die geschäftliche Hälfte muss nämlich noch eine Weile funktionieren. Genau genommen ein halbes Jahr. Der kalte Entzug klappt leider nicht. Wir sehen uns schließlich zweimal pro Woche. Erzählen Sie mal einem Alkoholiker, er soll bei zwei Glas Wein pro Woche abstinent werden. HA!
Tja, und die sechs Wochen Urlaub in "Allein-Ganz-Weit-Weg" haben leider auch nicht geholfen. Da hat Monsieur nämlich seine Entzugserscheinungen nicht kontrollieren können und SMS geschickt. Gerade, als ich ihn fast aus meinem Hirn entfernt hatte. Als hätte er einen eingebauten inneren Sensor:
P-I-E-P -
Sie stehen kurz vorm Vergessenwerden, dies ist der letzte Aufruf zum Revival!

Aber vermutlich ist auch das alles nur eine Projektion meinerseits gewesen. Alles nur rein fiktiv. Apropos… dazu ist es ja zum Glück nie gekommen. Dabei hatte ich so schöne Vorlagen geliefert. Am Dienstag, also morgen, hätte es zum Beispiel die Möglichkeit zu einem „angeheiterten Gebrauchsaustausch“ gegeben.

Dienstag. Dienst-Tag. Aus dem Date wird nichts und ich muss trotzdem den Tag über mit Dir zusammenarbeiten. Rosige Aussichten. Es wird furchtbar. Das weiß ich jetzt schon. Wir wollten kochen, und Wein trinken und das Kooks-Konzert im Internet anschauen. Unser erstes richtiges Date. Vollidiot! Jetzt werde ich den Abend mit Tortellini und Wein verbringen, ohne The Kooks, dafür mit Sara Bareilles - Schöne Frauenstimme. Oder mit ein paar DVDs. Ach, scheiße! Die Frage ist: wie überlebe ich den Dienstag?

von Frau Papp - veröffentlicht in: Juni 2008
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